» » Alleinerziehend: Wie viel Unterhalt steht einem Baby zu?
Zuneigung und Liebe 16. April 2019 0

Tipps & Ratschläge


Alleinerziehende Mütter oder Väter haben stets einen Anspruch auf Kindesunterhalt vom nicht erziehenden Elternteil. Die Höhe des Unterhalts ist von individuellen Faktoren abhängig. Zum einen entscheidet das vorhandene Einkommen des Unterhaltspflichtigen. Zum anderen ist das Alter des Kindes für den jeweiligen Anspruch entscheidend. Die Zahlung von Kindesunterhalt für ein Baby ist in § 1612 BGB fest geregelt.

Unterhaltspflicht gegenüber dem Kind

Im Falle der alleinigen Erziehung eines Kindes hat der nicht erziehende Elternteil eine Unterhaltspflicht gegenüber dem Kind. Diese Unterhaltspflicht regelt sich im § 1606 III 2 BGB. Demnach kommt der Elternteil, der die Pflege und Betreuung des Kindes übernimmt, seiner Unterhaltspflicht mit der Erziehungsleistung bereits nach. Der Elternteil, welcher der Kinderbetreuung nicht nachkommt, ist dagegen zu einer Zahlung vom sogenannten Barunterhalt verpflichtet.

Mindestunterhalt – wie viel Unterhalt ist Pflicht?

Gemäß § 1612a BGB ist der nicht erziehende Elternteil zur Zahlung eines sogenannten Mindestunterhaltes verpflichtet. Der Mindestunterhalt bemisst sich auf Grundlage des doppelten sächlichen Existenzminimum, welcher der Höhe des zweifachen steuerlichen KindVater werdenerfreibetrages entspricht. Im Jahr 2019 entspricht der Kinderfreibetrag gemäß § 32 Abs. 6 EstG 2.436 Euro pro Jahr. Theoretisch würde sich auf dieser Grundlage ein jährlicher Mindestunterhalt in Höhe von 4.872 Euro und somit ein monatlicher Mindestunterhalt in Höhe von 406 Euro ergeben. Dieser Mindestunterhalt gilt allerdings nur für Kinder im Alter von sechs bis elf Jahren.

Babys und Kinder im Alter von null bis fünf Jahren erhalten laut § 1612 a Abs. 1 BGB nur 87 %, woraus sich ein monatlicher Mindestunterhalt für Babys in Höhe von 354 Euro ergibt. Doch auch bei diesem Betrag handelt es sich nicht um den tatsächlichen Zahlbetrag. Denn vom ausgerechneten Mindestunterhalt muss abschließend die Hälfte des Kindergeldes abgezogen werden. Daraus ergibt sich ein Zahlbetrag in Höhe von 261 Euro. Sofern der nicht erziehende Elternteil zur Zahlung eines Mindestunterhaltes verpflichtet ist, muss dieser innerhalb der ersten fünf Jahre des Kindes 261 Euro an den erziehenden Elternteil beziehungsweise an das Kind zahlen.

Selbstbehalt schmälert den Mindestunterhalt

Zu berücksichtigen ist, dass der nicht erziehende Elternteil stets einen sogenannten Selbstbehalt zur Sicherung der eigenen Existenz hat. Ist der Unterhaltspflichtige erwerbstätig, beträgt der Selbstbehalt 1.080 Euro monatlich. Ist der Unterhaltspflichtige nicht erwerbstätig, beläuft sich die Höhe des Selbstbehaltes auf 880 Euro monatlich. Lediglich die geldwerten Beträge oberhalb dieser Grenze dürfen zur Zahlung des Mindestunterhaltes herangezogen werden.

Wer viel verdient, muss mehr zahlen

familieVerdient der unterhaltspflichtige Elternteil besonders gut, muss dieser auch mehr zahlen. Detaillierte Regelungen hierzu finden sich in der sogenannten Düsseldorfer Tabelle. So müssen beispielsweise nicht Erziehende, die zwischen 2.301 und 2.700 Euro verdienen 390 Euro abzgl. dem hälftigen Kindergeld Unterhalt pro Monat an das Kind zahlen. Die gestaffelten Unterhaltsbeträge nach der Düsseldorfer Tabelle werden in § 1612 a I BGB geregelt.

Fazit

Abschließend kann gesagt werden, dass der nicht erziehende Elternteil per Gesetz stets zur Zahlung eines individuellen Kindesunterhaltes verpflichtet ist. Sollte der Unterhaltspflichtige seinen Zahlungen nicht nachkommen oder nicht nachkommen können, greift der Staat helfend ein und zahlt einen sogenannten Unterhaltsvorschuss an den erziehenden Elternteil. Dieser Vorschuss muss dem Unterhaltspflichtigen später zurückgezahlt werden.

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