» » Antibiotika bei Kindern - eine sehr individuelle Entscheidung
krankes Kind 30. August 2018 0

Pflege & Gesundheit


Antibiotika zählen zu den großen medizinischen Errungenschaften unserer Zeit. Außerdem gehören sie zu den Medikamenten, welche sehr häufig von Ärzten verschrieben werden – und das nicht nur bei der Behandlung von Erwachsenden, sondern auch von Kindern. Eltern sollten dieser Tatsache kritisch gegenüberstehen und abwägen, ob die Gabe von Antibiotika wirklich nötig ist.

Antibiotika können Resistenzen fördern

FieberkrampfWenn Krankheitserreger gegen ein bestimmtes Medikament – in diesem Fall gegen ein Antibiotikum – resistent sind, wirken sie nicht mehr. Obwohl dieses Phänomen längst wissenschaftlich nachgewiesen wurde, verschreiben Kinderärzte ihren noch sehr jungen Patienten weiterhin Antibiotika. In Folge dessen kann ein banaler Infekt sich zu einer schweren Krankheit entwickeln. Bei eher harmlosen Erkältungssymptomen sollte man daher zunächst abgewägen, ob der Nutzen wirklich größer ist als das Risiko.

Es besteht außerdem das Risiko, dass Kinder nach einer regelmäßigen Behandlung mit Antibiotika im Falle einer ernsten Erkrankung nicht mehr adäquat auf die Medikamente reagieren. Wenn dieses Phänomen eintritt, muss der Kinderarzt versuchen, ein anderes Antibiotikum zu finden, welches die gewünschte Wirkung erzielt. Das Austesten verschiedener Dosierungen und Zusammensetzungen tut dem Organismus des ohnehin geschwächten Kindes nicht gut. Besser ist es, wenn das Mittel sofort anschlägt.

Auch der Kinderdarm kann Schaden nehmen

Der Darm ist eines der wichtigsten Organe – gerade bei kleinen Menschen, die sich noch im Wachstum befinden. Antibiotika können die empfindliche Darmflora durcheinanderbringen. Außerdem zerstören die Medikamente wichtige Bakterien in unserem Verdauungsorgan.

Falls die Verabreichung eines Antibiotikums trotzdem notwendig sein sollte, muss das Kind in dieser Zeit besonders viel trinken. Außerdem sollten Eltern dem Nachwuchs nur leichte Kosten geben, um den Darm zu entlasten. Manche Kinderärzte empfehlen zudem die Gabe von probiotischen Mitteln, welche die Darmflora schützen und aufbauen. Diese Mittel sollte man allerdings nur nach Rücksprache mit dem zuständigen Kinderarzt geben.

Wann ist die Gabe von Antibiotika unvermeidbar?

Baby InfektNatürlich sollten alle lebensbedrohlichen Krankheiten, wie zum Beispiel eine Herzmuskelentzündung, auf Anraten des Arztes hin mit Antibiotika behandelt werden. Außerdem wird die Verabreichung bei einer Entzündung der Nieren und generell bei Harnwegsinfekten notwendig. Hier ist die Gabe eines Antibiotikums auf jeden Fall das kleinere Übel im Vergleich zu einer Verschleppung der Krankheiten.

Bei einer einfachen Erkältung sollte man das Immunsystem des Kindes hingegen mit der Hilfe von harmlosen Hausmitteln oder frei verkäuflichen Medikamente unterstützen. Wenn sich der Zustand allerdings verschlechtert, kann auch in diesem Fall Antibiotikum notwendig werden. Sollte es sich um einen durch Viren ausgelösten Infekt handeln, ist die Gabe von Antibiotika sogar kontraproduktiv, denn der Wirkstoff hilft nur gegen Bakterien.

Mehrere Meinungen einholen

Auch in diesem Bereich gilt: Die Menge macht das Gift. Aus diesem Grund sollten Eltern genau überlegen, ob sie einer Behandlung mit Antibiotika zustimme. Wer das Gefühl hat, dass der Kinderarzt zu früh mit der Verabreichung eines Antibiotikums beginnen möchte, der sollte besser eine zweite Meinung einholen. Kann der Arzt jedoch plausibel begründen, warum dem Kind mit der Hilfe des Medikaments geholfen werden muss, dann sollten sich die Eltern nicht vor dieser Möglichkeit verschließen. In manchen Fällen ist Antibiotika leider immer noch das Mittel der Wahl – trotz Nebenwirkungen.

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