» » Asperger-Syndrom bei Kleinkindern - Früherkennung und Therapie
Beziehung zwischen Eltern und Kind 24. Oktober 2017 0

Tipps & Ratschläge


Wenn ein kleines Kind sich merkwürdig verhält, kann das viel Stress für die Eltern bedeuten. Unter regelmäßigen Problemen kann eine Form des Asperger-Syndroms dahinterstecken. Um ein gutes Verständnis für das Kind zu bekommen und auch die Erziehung für die Eltern zu erleichtern, ist eine Früherkennung von Vorteil.

Was ist das Asperger-Syndrom?

Das Asperger-Syndrom wird als abgeschwächte Form des Autismus gesehen und beinhaltet Kommunikations- und Entwicklungsstörungen. Diese treten bereits sehr früh auf und können schon an Kleinkindern sichtbar sein. Es gibt mehrere Symptome, die sich jedoch unterschiedlich zeigen können, da jedes Kind individuell ist. Gerade bei kleineren Kindern ist eine Früherkennung relevant, um weitere Probleme in der Zukunft zu verhindern und das Kind optimal in die Gesellschaft integrieren zu können.

Symptome

Vater werdenDie Symptome fallen vor allem im Bereich der sozialen Interaktion auf. Das Kind reagiert empfindlich auf Störungen der Routine und hat eine Abneigung gegen Lärm, Licht, Temperaturschwankungen und teilweise auch Berührung. Es scheint in seiner eigenen Welt zu sein und wirkt mitunter gleichgültig und geistesabwesend. Während andere Kleinkinder beginnen, mit Erwachsenen und Gleichaltrigen zu interagieren, neigt das Kind mit den Asperger-Zügen dazu, sich zurückzuziehen und alleine zu spielen. Es brabbelt wenig beziehungsweise gar nicht, lächelt nicht zurück, wenn man es anlächelt, und ahmt Gestik und Mimik nicht nach. Es kann zu einer Verzögerung der Sprachentwicklung kommen oder zu ungewohnten Sprechweisen wie ständige Wortwiederholungen und umständliche Formulierungen. Auch können schon erste Symptome des Stimmings auftreten, womit das Kind versucht, die ungefilterte Reizwahrnehmung zu kaschieren. Dies äußert sich durch das Schaukeln des Oberkörpers, einer raschen Bewegung der Arme und Beine oder auch die Fixierung auf bestimmte Spielsachen. Auch wird das Kind nicht um Hilfe bitten, wenn es etwas braucht, und auch nicht auf Dinge zeigen, sondern beispielsweise etwas vor den Eltern fallen lassen, um die Aufmerksamkeit darauf zu richten. Im schlimmsten Fall – bei gestörter Routine und Reizüberflutung – kann es zu Wut- und Schreianfällen kommen.

Akzeptanz und Verständnis

Sollten Eltern vermuten, ihr Kind könnte das Asperger-Syndrom haben, ist es wichtig, einen Spezialisten zu Rate zu ziehen. Ein Besuch beim Kinderarzt kann fürs Erste eine Basis bilden, um daraufhin nach weiteren Möglichkeiten der Diagnose zu schauen. Auch von Vorteil sind Selbsthilfegruppen, in denen die Vater und KindBetroffenen mit anderen Eltern und ihren Kindern in Kontakt treten können. Der Weg der Diagnose kann lang werden – jedoch kann es sich lohnen, vor allem für das Kind. Dadurch kann es beispielsweise im Kindergarten und im späteren Schulalltag pädagogische Begleitung bekommen und mehr Verständnis.

Aber was besonders wichtig ist: die Akzeptanz des Kindes. Gerade beim Asperger-Syndrom neigen viele Menschen in der Mehrheitsgesellschaft dazu, die Symptome als Krankheit zu sehen und eine Ursache dafür zu suchen, beispielsweise in der Ernährung oder in Impfstoffen. Dementsprechend gibt es viele selbsternannte Heiler, deren Methoden aber den betroffenen Kindern großen Schaden zufügen können. Wissenschaftlich gesehen ist das Asperger-Syndrom wahrscheinlich genetisch bedingt und ein Teil der menschlichen Vielfältigkeit in der Natur.Das Wichtigste aber ist, dass Eltern ihren Kindern trotz allem viel Liebe, Aufmerksamkeit und Geduld schenken – und mit der Zeit wird sich der Alltag schon einstellen, in dem sich alle aufeinander eingespielt haben und mit dem Syndrom zurecht kommen.

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