» » Baby-Blues - Wie die Geburt die Psyche der Mutter beeinflussen kann
nähe mutter 31. Juli 2019 0

Tipps & Ratschläge


Die mit der Schwangerschaft und Geburt verbundenen hormonellen Schwankungen sorgen häufig für ein turbulentes Gefühlsleben. Die Geburt des Babys löst bei vielen Müttern nicht nur große Glücksgefühle, sondern auch Ängste und Selbstzweifel aus. Nach der Entbindung fühlen sich Mütter häufig erschöpft und kämpfen mit wechselnden Stimmungen. Dieses Durcheinander von Emotionen nach der Geburt ist ganz normal. Kritisch wird es nur, wenn Traurigkeit und Selbstzweifel über längere Zeit anhalten. In diesen Fällen ist ärztlicher Rat wichtig.

Der ganz normale Baby-Blues

Mit der Geburt des Babys verändert sich das Leben seiner Eltern von Grund auf. Frisch gebackene Mütter erleben die Fürsorge für das Baby anfangs nicht immer nur als pure Freude, sondern auch als anstrengend. Es kann zu Gefühlen der Überforderung kommen. Auch Ängste, das Baby nicht perfekt versorgen zu können, spielen eine Rolle. Viele Frauen neigen zu StillenTränenausbrüchen, die sie sich wenig später nicht mehr erklären können. Sie haben den sogenannten Baby-Blues, bei dem die hormonelle Umstellung nach der Geburt eine große Rolle spielt. Der Baby-Blues vergeht meist nach wenigen Tagen von selbst.

Wochenbettdepression

Stimmungstiefs, die über mehrere Wochen anhalten, können ein Hinweis auf eine ernsthafte depressive Erkrankung sein. Diese postnatale Depression, auch als Wochenbettdepression bekannt, ist eine große Belastung für die betroffene Mutter. Sie fühlt sich innerlich leer und hält sich für eine schlechte Mutter, die ihrem Baby nicht gerecht wird. Gleichzeitig plagen sie Schuldgefühle und Selbstvorwürfe, weil sie sich nicht rückhaltlos über ihr Baby freut. Die Wochenbettdepression kann bis zu Selbstmordgedanken führen und muss unbedingt durch einen Facharzt behandelt werden.

Sehr selten: Psychose nach der Geburt

Aus einer nicht behandelten Wochenbettdepression kann sich eine Psychose entwickeln. Diese psychische Erkrankung ist bei jungen Müttern selten. Psychotische Frauen leiden unter einer verzerrten Wahrnehmung der Realität mit Halluzinationen und Wahnvorstellungen. Zum Schutz von Mutter und Kind sollte beim Auftreten dieser Symptome sofort die medizinische Behandlung eingeleitet werden.

Ursachen und vorbeugende Maßnahmen

In erster Linie werden depressive Verstimmungen und Erkrankungen nach der Geburt durch die rasante Hormonproduktion begünstigt. Auch der Schwangerschaftsverlauf und soziale Einflüsse spielen eine große Rolle. So kann eine als besonders schwierig erlebte Geburt dafür sorgen, dass die junge Mutter anschließend mit körperlicher Erschöpfung zu kämpfen hat und die Versorgung des Babys vor allem anstrengend findet. Auch partnerschaftliche oder finanzielle Probleme verstärken Unsicherheiten und Ängste.

Um Gefühlskrisen nach der Geburt vorzubeugen, können sich werdende Eltern auf die erste gemeinsame Zeit mit dem Baby gründlich vorbereiten. Eine gute Vorbereitung unterstützt vor allem Mutter und Kind, im neuen Alltag anzukommen und reduziert das Risiko, durch Überforderung in ein Stimmungstief zu fallen. So sollte das Babyzimmer mit allen notwendigen Utensilien bereits vor der Entbindung eingerichtet sein.Gerüche-Duft

Hilfe beim Einkauf, Putzen und Versorgen möglicher Haustiere lassen sich bereits vor der Geburt organisieren. Es entlastet Mütter außerdem, nicht immer perfekt sein zu müssen. Wer Probleme hat, Hilfe von Familie und Freunden anzunehmen, sollte es spätestens jetzt lernen. Ein gutes Netzwerk von Unterstützern und Helfern ermöglicht Erholungsphasen. Sie beugen Erschöpfungszuständen vor und reduzieren die Gefahr psychischer Krisen nach der Geburt.

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