» » Baby Lead Weaning - Ohne Brei in die Beikost
Essen 19. Oktober 2016 0

Pflege & Gesundheit


Zwischen dem vierten und dem sechsten Lebensmonat wird in Deutschland allgemein empfohlen Beikost einzuführen. Für die meisten Eltern bedeutete das bisher, ihr Baby mit Brei zu füttern. Seit einigen Jahren wird allerdings eine Alternative dazu immer beliebter: Die „Baby geleitete Beikosteinführung“ / „Baby geleitetes Abstillen“ (im Englischen „Baby Lead Weaning“, kurz BLW).

Ungefähr mit sechs Monaten zeigen die meisten Babys von sich aus Interesse an Nahrungsmitteln und wollen diese selbstständig entdecken. Das fiel auch der ersten bekannten Befürworterin von BLW auf. Gill Rapley, eine Kinderkrankenschwester und stellvertretende Direktorin der „Baby Friendly Initative“ des britischen UNICEF Büros, hat 2008 ein Buch über ihre Beobachtungen verfasst, das heute noch zu den meistgelesenen Werken zu diesem Thema gehört.

Selbst entdecken ist das Motto

Brei Essen ErnährungBLW unterstützt den Forscherdrang des Babys. Der Fokus liegt nicht primär in der Nahrungsaufnahme. Die eigentliche Sättigung wird weiterhin durch Stillen oder die Flasche erreicht. Das Baby nimmt, sobald es sitzen kann, an den Familienmahlzeiten teil und isst, was die Eltern essen. Nachahmen, dabei sein, experimentieren – und ganz nebenbei lernt das Baby essen. Das ist der Grundgedanke des BLW.

Einfach in der Umsetzung

Natürlich können Essanfänger nicht sofort die Erwachsenenmahlzeiten ohne Einschränkungen mitessen. Aber die verwendeten Zutaten können dem Essanfänger pur vorgesetzt werden. Festere Gemüsesorten wie Kürbis (Hokkaido eignet sich besonders), Karotten oder Pastinaken sollten gedünstet werden, damit sie gut gekaut oder gelutscht werden können. Auch Avocados, gekochte Eier oder Obst wie Bananen, Birnen oder Äpfel eignen sich. Dabei ist das Hauptziel nicht, direkt eine Milchmahlzeit zu ersetzen. Bei den ersten Essexperimente werden eher die Nahrungsmittel erkundet, statt gegessen.

Risiken beim Baby Lead Weaning

Baby EssenEine große Angst von Eltern, spricht man über BLW, ist, dass Kinder sich verschlucken und ersticken könnten. Doch bei BLW ist die Gefahr, sich zu verschlucken, geringer als beim konventionellen Füttern! Da dass Baby die Kontrolle über die Menge und die Art des Essens, das in seinem Mund landet, hat. Eine wichtige Voraussetzung für BLW ist das selbstständige Sitzen. Gefüttert werden Babys hingegen häufig in Wippen. Dabei liegen sie halb und saugen den Brei vom Löffel. Die Gefahr, sich dabei zu verschlucken, ist höher. Ein Essanfänger, der selbstständig aufrecht sitzt, kann Essen nach vorne aus dem Mund fallen lassen. Dennoch muss darauf geachtet werden, was zu Essen angeboten wird. Trauben oder Kirschtomaten sind am Anfang eindeutig zu riskant.

Theorie und Praxis

Bei diesem „Konzept“ handelt es sich nicht um einen rigiden Regelkanon, bei dem es nur eine richtige Art der Ausführung gibt. BLW kann sowohl als Ergänzung zum Füttern oder als Alternative angeboten werden. Erlaubt ist, was zur Familie und dem Essanfänger passt. Wie in (fast) allen Dingen, die Kinder und Erziehung betreffen, sollte man sich auch hier tunlichst davor hüten, nur in schwarz und weis zu denken. BLW ist eine neue Methode, Kinder an Essen heran zu führen. Probieren lohnt sich. Für die ganze Familie.

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