» » Baby und Doktorarbeit? Wie schaffe ich das?
arbeiten 09. Oktober 2017 0

Tipps & Ratschläge


Familienplanung und berufliches Weiterkommen sind jede für sich betrachtet bereits zwei große Aufgaben. Schwierig wird es dann aber, wenn beides zusammenkommt. Eine Extremsituation entsteht, wenn die Zeit der Promotion läuft und sich Nachwuchs ankündigt. Doch Kinder brauchen auch dann Zuwendung, wenn es um wichtige Termine zur Einreichung der Doktorarbeit geht. Wie schafft man den Spagat zwischen Leistungserbringung für die Universität und der Pflichterfüllung liebevolle Mutter zu sein?

Promotion trotz Baby?

Baby mit BrilleOh ja. Und nicht wenige machen das, obwohl das Baby schon da ist. Da sich das Kind ja nicht unerwartet ankündigt, bestehen hier gute Möglichkeiten eine Lösung für beide Wege zu finden. Der Doktorvater erwartet von seinen Schützlingen immer viel Mehrarbeit für den Lehrstuhl. Lange Abende und Betreuung von Studenten fordern mehr Zeit, als es die eigentliche Arbeit an der eigenen Doktorarbeit verlangen würden. Berufen Sie sich jedoch auf die Betreuungsvereinbarung. Jede Universität hat Richtlinien, wie mit werdenden Müttern oder mit der Vereinbarkeit von Familie und Beruf umzugehen ist. Erkundigen Sie sich im Vorfeld auch nach der zuständigen Familienbeauftragten. An jeder Universität gibt es jemanden, der diese Aufgaben übernimmt und den jungen Müttern auch mit Rat und Tat zur Seite stehen kann. Alleine sind Entscheidungen immer schwer. Lassen Sie sich dort beraten und von den Erfahrungen und Erlebnissen anderer Mütter auf dem Weg zur Doktorarbeit erzählen.

Das Gespräch mit dem Doktorvater

Schieben Sie das Gespräch mit dem Betreuer Ihrer Doktorarbeit bitte nicht auf die lange Bank. Wenn Sie in Zeitnot kommen, müssen Sie handeln. Ihr zuständiger Professor merkt das sowieso schnell an Ihren Leistungen oder der Qualität der Arbeit. Wenn er Bescheid weiß und es für Ihn nicht überraschend kommt, wird er Ihnen nicht schwerwiegende Konsequenzen aufbürden. Es gibt den Fall – und leider ja, den gibt es – und der Professor ist dem Thema Nachwuchs nicht sehr aufgeschlossen. Sollten Sie schwanger werden und sich bereits in der Promotionszeit befinden, ist das für Ihren universitären Arbeitgeber erst einmal ein Verlust. Sie leisten für den Lehrstuhl Tätigkeiten, die ein anderer Mitarbeiter übernehmen muss. Sie werden dem Professor fehlen. Dies ist ein schwieriges Umfeld. Falls Ihr Betreuer auch Kinder hat, erinnern Sie Ihn daran. Falls er keine Kinder hat, sagen Sie ihm, wie wichtig für Sie das Kind ist und das Sie Verantwortung für das Baby übernehmen wollen, genauso, wie Sie immer Verantwortung für den Lehrstuhl übernommen haben. Wenn Sie keine Einigung sehen und Verständnis für Ihre Situation zu fehlen scheint, entscheiden Sie bitte aus Ihrer Sicht und für Ihr Baby.

Baby oder Doktorarbeit?

mit dem Baby arbeitenWenn beides gleichzeitig nicht geht und Sie es nicht schaffen, dann sollten Sie sich für Ihr Kind entscheiden. Warum? Wenn Sie noch vor einer möglichen Doktorarbeit stehen, sollten Sie die vielen Frauen im akademischen Dienst vor Ihnen einmal betrachten. Es ist nicht selbstverständlich, dass sich ein dann geplanter Kinderwunsch auch erfüllt. Das Geschenk, wie Sie es vielleicht gerade bekommen, ist nicht jeder jungen Doktorandin beschert. Die Arbeit während und nach der Doktorarbeit ist äußerst stressig. Zahlreiche Berichte erzählen von langer Kinderlosigkeit in diesen Jahren, die trotz medizinischer Bemühungen und Untersuchungen nicht zu lösen waren. Die Gesetze zum wissenschaftlichen Zeitvertragsgesetz kommen auch noch hinzu. Man zwingt die Akademikerinnen quasi stetig im universitären Kontext zu arbeiten. Wertvolle Jahre für Sie, Ihren Partner und für die Familienplanung gehen Ihnen dabei eventuell verloren.

Lassen Sie sich nicht aus der Ruhe bringen, Ihre Familie und Ihr Baby haben die höchste Priotiät – und mit den meisten Professoren lässt sich ja auch reden, so können Sie alle Ihre Pläne unter einen Hut bringen!

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