» » Das Baby ist da - wie bekomme ich Oma und mich unter einen Hut?
Generation 27. Juni 2016 0

Tipps & Ratschläge


Alle Menschen haben Fantasie und Vorstellungsvermögen. Die einen mehr, die anderen weniger. Doch selten läuft beides so auf Hochtouren, wie während der Schwangerschaft. Bei der werdenden Mutter – aber auch bei der werdenden Oma. Es ist zeitlich absehbar, wann beide Vorstellungen aufeinanderprallen: nach spätestens neun Monaten, in denen Wünsche, Hoffnungen und Vorstellungen Zeit hatten, zu wachsen, gehegt und gepflegt wurden.

Das Problem

Werdende Mütter verlieren sich oftmals in einer romantisch-verklärten Traumwelt. Das soll so sein. Das ist gut so. Wir sehen uns in naher Zukunft freudestrahlend mit Baby auf dem Arm, das nachts niemals aufwacht, weil die Windel immer trocken bleibt, das glückselig nach dem völlig problemlosen Stillen einschläft, das morgens glucksend in seinem Bettchen liegt und sich freut, uns zu sehen. Später kommt die Oma, fährt das Baby mit dem Kinderwagen aus und bringt es lächelnd wieder zu uns zurück. Vor dem Kindergarten wird das Kind liebevoll von der Oma betreut, nachdem diese sich einer mehrstündigen Unterweisung in Kindererziehung und -ernährung durch uns unterzogen hat. Dann holt uns die Realität ein…Großmutter

Die Windel wird irgendwann nass und das Baby wacht auf. Das Stillen klappt nicht und zu allem Überfluss erklärt uns unsere (Schwieger-)Mutter, was wir falsch machen. Vermutlich sind wir einfach zu dick, groß, blond oder der Wind kommt aus der falschen Richtung. Das Baby lächelt morgens. Manchmal. Meist schreit es, weil es Hunger hat, ihm langweilig ist oder der kommende Zahn zwickt. Oma kommt das Baby abholen. Das schreit, weil die böse Mama das arme Kleine geärgert hat. Da ist sich die Oma sicher. Die kichert und gluckst und besser aussieht, als wir. Sie hat geschlafen.
Lässt sich das Baby durch Kichern und Glucksen nicht beruhigen, greift Oma zur ultimativen Lösung: Dem Keks. Der alle Alarmanlagen in uns anwirft, weil er bei uns für Bauchschmerzen, Karies und Übergewicht steht. Bei Oma nicht. Eine Liste, die sich endlos fortsetzen lassen würde.

Die Lösung

Gibt es überhaupt eine? Ja und sie ist ebenso simpel wie effektiv. Sehr viel ist schon gewonnen, wenn wir mit Oma reden. Nicht schimpfen. Reden. Nur so ist es ihr überhaupt möglich, zu verstehen, wie es in uns aussieht. Denn ehrlich, woher soll sie es sonst wissen?
Ein weiterer Punkt: Wir müssen lernen, andere Meinungen zu akzeptieren. Kompromisse einzugehen. Keine Oma möchte ihrem Enkel etwas Böses. Vielleicht hat sie manchmal andere Vorstellungen als die Eltern, was völlig normal ist, weil sie einer anderen Generation angehört.
Es ist einfacher zu akzeptieren, dass es nur zwei Kekse am Tag sein dürfen, als gar keiner. Es ist leichter nach einem konkreten Ratschlag zu fragen, als sich über die Einmischung zu ärgern. Es ist einfacher zu fragen wie oft/wann/wie lange Oma das Kind betreuen kann, als etwas zu erwarten und enttäuscht zu werden. Es ist einfacher, Grenzen nicht vorzugeben, sondern zu verhandeln. So werden sie von allen Seiten akzeptiert und nicht ständig als Anlass für Streit genommen. Davon profitieren alle Seiten. Eltern, Großeltern und nicht zuletzt das Kind!

Oma

Fazit

Bei aller Euphorie über das Baby, bei allen Vorhaben, bei aller Sicherheit, das Richtige zu tun, sollten wir nie vergessen, dass auch die Großeltern sich auf das Kind freuen. Dass auch sie ihr Bestes geben wollen und vor allem, dem Kind viel geben können. Wir sollten ihnen das ermöglichen und auch mal einen Schritt auf sie zugehen.

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