» » Das Baby stillen und Muttermilch geben - Ja oder Nein?
nähe mutter 26. März 2019 0

Tipps & Ratschläge


Stillen ist ein heiß diskutiertes Thema. Insbesondere Frauen, die gerade ihr erstes Kind im Bauch tragen, verlieren bei all den positiven und negativen Argumenten schnell den Überblick und die eigene Meinung zu der Thematik. Deshalb hoffen wir im folgenden Beitrag etwas Licht ins Dunkel zu bringen.

Das sagt die WHO

Die Weltgesundheitsorganisation sowie die Nationale Stillkommission empfehlen in den ersten sechs Lebensmonaten des Babys zu stillen – ganz ohne Beikost. Hintergrund ist der, dass die menschliche Muttermilch für den Säugling ausreichend Nährstoffe bereithält. Die Europäische Lebensmittelbehörde (EFSA) hat im Jahr 2009 ähnliche Empfehlungen ausgesprochen. Trotz Beikost sollte laut den verschiedenen Organisationen mindestens bis zum zweiten Lebensjahr weiterhin gestillt werden.

Die Vorteile der Muttermilch und des Stillens

Als werdende Mutter wissen Sie bestimmt schon, dass Muttermilch die ideale Ernährung für das Neugeborene ist. Sie ist optimal auf die Bedürfnisse des Babys abgestimmt und enthält alle wichtigen Nährstoffe, die unter anderem auch für ein angemessenes Wachstum und eine Stillengesunde Entwicklung notwendig sind. In Anbetracht dessen wird natürlich auch klar, das ganz besonders Frühchen und natürlich auch kranke Neugeborene von der Milch ihrer Mutter profitieren können. Mit der Weiterentwicklung Ihres Kindes ändert sich übrigens auch die Zusammensetzung und natürlich die Menge der Muttermilch.

Die Vorteile, die das Stillen für Ihr Neugeborenes hat, liegen also quasi auf der Hand. Das Kind ist nicht nur besser vor Krankheiten geschützt, sondern leidet – statistisch gesehen – in seinem späteren Leben seltener an Übergewicht. In Untersuchungen haben Forscher darüber hinaus Hinweise finden können, die einen direkten Zusammenhang zwischen der frühkindlichen Ernährung und dem späteren Intelligenzquotienten des Kindes vermuten lassen. So sollen gestillte Kinder zur Einschulung einen – im Durchschnitt – um sechs Punkte höheren IQ vorweisen haben können, als Kinder, die ohne Muttermilch aufgewachsen sind.

Dass Stillen einen positiven Einfluss auf die Mutter-Kind-Bindung hat, glauben Menschen bereits seit mehreren Jahrzehnten. Der Hautkontakt und die Hormone, die beim Stillen entstehen, fördern die emotionale Bindung zwischen dem Neugeborenen und der Mutter. Doch Stillen kann auch für die Mutter klare Vorteile haben. So soll sich die Gebärmutter nach der Geburt deutlich schneller zurückbilden. Darüber hinaus wird eingelagertes Wasser vermehrt ausgeschieden. In Studien konnte festgestellt werden, dass stillende Mütter außerdem ein geringeres Risiko für Brustkrebs und Eierstockkrebs haben. Weiterhin sollen beim Stillen stimmungaufhellende Hormone ausgeschüttet werden, die bei der Mutter für Entspannung und Wohlbefinden sorgen.

Die Nachteile des Stillens

MilchAuf den ersten Blick hat das Stillen klare Vorteile. Doch für einige Frauen birgt es immer auch einige negative Aspekte. So klappt das Stillen bei den meisten Müttern nicht ganz ohne Komplikationen. Das fängt bereits beim Milcheinschuss an, den stillende Mütter häufig als sehr schmerzhaft empfinden. Gerade in der Anfangszeit kann es darüber hinaus auch zu Milchstau oder wunden Brustwarzen kommen. Schon hier können weitere negative Effekte eintreten. So können sich Berührungen des Partners schnell schmerzhaft anfühlen. Die Sexualität leidet.

Besonders im sozialen Umfeld, kann es darüber hinaus dazu kommen, dass Sie auf fehlende Akzeptanz stoßen. Beispielsweise kommt das Stillen in der Öffentlichkeit nicht überall gut an. Vielleicht ist es Ihnen auch selbst unangenehm, einen so intimen Moment mit Ihrem Baby vor anderen fremden Augen zu teilen – obwohl es das überhaupt nicht sein muss.

Auch beruflich können sich Nachteile durch das Stillen ergeben. So gestaltet sich der Wiedereinstieg in den Beruf häufig deutlich schwieriger. Darüber hinaus müssen Sie natürlich auch auf gewisse Nahrungs- und Konsummittel verzichten.

Fazit

Dass Mütter ihre Neugeborenen stillen, empfehlen nicht nur diverse gesundheitliche Organisationen, sondern erwarten auch die meisten Menschen. In gewisser Weise hat dies natürlich seine Berechtigung. Immerhin – und das ist unbestreitbar – ist die Muttermilch die beste und nahrhafteste Ernährung für einen Säugling. Dennoch sollten sich werdende Mütter nicht anstandslos dem sozialen Druck beugen und ihr Kind ohne Wenn und Aber stillen. Es ist wichtig, dass Sie sich bereits frühzeitig mit dieser Thematik auseinandersetzen und zum entsprechenden Zeitpunkt eine eigene Entscheidung nach den persönlichen Gesichtspunkten treffen können. Ganz unabhängig davon, ob Ihr Partner, Ihre Verwandtschaft oder die breite Allgemeinheit ebenso entscheiden würde.

 

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