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Baby als Pflegekind 09. Januar 2018 0

Tipps & Ratschläge


Nicht immer sind Mütter in der Lage, ihr eigenes Kind zu versorgen oder zu erziehen. Oft sind es die Rahmenbedingungen, die nicht stimmen und dazu führen, dass sich eine schwangere Mutter dazu entscheidet, ihr Baby in eine Pflegefamilie zu geben. In anderen Fällen entscheidet auch das Jugendamt, dass das Kind nicht in der Familie verbleiben kann und vermittelt es an Pflegeeltern.
Doch wie wird man eine Pflegefamilie? Und wie ist es, wenn man plötzlich ein fremdes Kind in die eigene Familie aufnimmt?

So wird man zur Pflegefamilie

Unabhängig vom Familienstand (ledig, verheiratet, usw.) kann sich jeder beim Jugendamt bewerben und ein Pflegekind bei sich aufnehmen. Im Vorfeld wird vom Jugendamt in Gesprächen und Seminaren geklärt, welche Motivation die Bewerber haben, ein Pflegekind bei sich aufzunehmen. Es wird auch geklärt, welche Lebenseinstellung und welchen Erziehungsstil sie haben und ob sie auch in der Lage Kuscheltiersind, mit schwierigen Situationen umzugehen.

Das Zusammenleben mit einem Pflegekind ist nicht immer einfach. Selbst wenn das Kind als Baby in die Pflegefamilie kommt, so hat es doch bereits eine Vorgeschichte. Genau aus diesem Grund sollte man viel Geduld und Einfühlungsvermögen mitbringen. Eine Menge Offenheit und Toleranz ist ebenfalls wichtig. Man sollte sich bewusst sein, dass im Gegensatz zur Adoption bei einer Pflege auch immer die Möglichkeit besteht, dass das Kind irgendwann wieder einmal zu seiner Herkunftsfamilie zurückkehren könnte. Dies ist der Fall, sobald sich die Lebensbedingungen in der Familie gebessert haben und es den leiblichen Eltern möglich ist, sich entsprechend um ihr Kind zu kümmern.

Das Pflegekind kommt

Hat das Jugendamt die Bewerber eingehend geprüft und als geeignet empfunden, so heißt es nun erst einmal warten. Wird ein Kind aus der Herkunftsfamilie herausgenommen, so wird zunächst einmal geschaut, welche Pflegefamilie dafür am besten geeignet ist.
Wurden die passenden Pflegeeltern gefunden, so findet nun erst einmal ein Kennenlernen statt. Mit Besuchen, die immer öfter und länger werden, haben sowohl die Pflegeeltern als auch das Kind die Möglichkeit, sich näher kennenzulernen. Selbst ein Baby spürt, wenn die Pflegeeltern es oft besuchen und sich um seine Bedürfnisse kümmern.
Nach intensiven und vielen Treffen entscheidet dann das Jugendamt, wann das Kind zu seinen „neuen Eltern“ ziehen darf. Natürlich hat man auch als Pflegefamilie die Möglichkeit offen zu sagen, dass das Kind vielleicht doch nicht in die eigene Familie passt.

Aneinander gewöhnen

Ist das Kind dann endlich bei den Pflegeeltern eingezogen, heißt es nun, sich erstmal neu zu orientieren. Bei einem Pflegekind hat man im Vergleich zum eigenen Kind keine neun Monate Zeit, um sich auf die neue Situation vorzubereiten. Gerade ein Baby in Pflege zu nehmen bedeutet, von heute auf morgen Erziehungwieder ganz von vorn zu beginnen. Es dauert eine Weile, bis sich das eigene Familienleben wieder neu organisiert hat.

Auch für die leiblichen Kinder stellt dies natürlich eine Herausforderung dar. Plötzlich ist da ein „fremdes“ Kind, welches nun die volle Aufmerksamkeit der Eltern bekommt. Deshalb ist es von Vorteil, mit seinen Kindern im Vorfeld bereits über diese neue Situation zu sprechen und sie darauf vorzubereiten.

Nach der ersten Eingewöhnungsphase wird sich das Zusammenleben mit dem Baby als Pflegekind bald als relativ normales Familienleben einpegeln. Schließlich bleibt der Alltag gleich. Auch der Umgang mit dem Kind wird sich kaum von dem mit den eigenen Kindern unterscheiden. Gibt es dennoch Schwierigkeiten, so hat man immer die Möglichkeit, sich an das Jugendamt zu wenden und gemeinsam nach einer Lösung zu suchen.

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