» » Hineinwachsen in die Vaterrolle - Gelassenheit erlernen
Vater werden 18. Mai 2017 0

Tipps & Ratschläge


Immer mehr Väter wollen Möglichkeiten wie Elternzeit nutzen, um mehr Zeit mit Ihren Kindern zu verbringen. Doch zeigt sich schnell, dass professionelles Zeitmanagement nicht immer hilfreich ist.

Das durchgeplante Kind

Im Alltag schafft man es, den täglichen Bürostress mit Meetings, Präsentationen und Projektarbeiten zu organisieren und perfekt durchzuplanen. Dann sollte es doch ein Kinderspiel, den Nachwuchs in den Tagesablauf zu integrieren. Und dabei sogar noch das eine oder andere Zeitfenster für Hobbies und Freunde freizuhalten. So, oder ähnlich, denken viele werdende Väter – bis die Realität in Form dieses kleinen, rosigen Bündels vor ihnen zuschlägt. So genau Ärzte den Geburtstermin berechnen, so hilfreich die Hebammen Zeitfenster für Schlafen und Füttern erklären: das Neugeborene hat möglicherweise andere Pläne.

Böses Erwachen…

Vater und BabyZunächst mag Papa noch optimistisch und motiviert versuchen, alle Ratgeber zu befolgen: seinem Sprössling nach Zeitplan das Fläschchen zu reichen, in den Schlaf zu wiegen oder spazierend für die nötige Frischluft zu sorgen. Er wird versuchen, seinen Zeitplan in gewohnter Manier aus dem früheren Arbeitsalltag umzusetzen. Es werden möglicherweise Zeitpuffer eingebaut und Zeitfenster nach dem ersten Abweichen umsortiert, um möglichst lange an der gewohnten und lieb gewonnenen Struktur festzuhalten. Aber irgendwann wird auch der beharrlichste Vater resignieren. Er wird einsehen, dass sein Sprössling eben keinem Projektmanagement folgt und Dinge, die heute gut waren, Morgen vielleicht schon wieder anders ablaufen.
So unwahrscheinlich, wie aber bereits der Geburtstermin auf das errechnete Datum fällt, so sicher wird der Säugling schnell aus vorgegebenen Rhythmen ausbrechen und seinen eigenen Kopf entwickeln. Er wird in Ignoranz aller Pläne von Papa dann schreien, wenn er Hunger hat. Er wird dann schlafen, wenn er müde ist. Und er wird dann nach Zuneigung und Nähe verlangen, wenn er das Bedürfnis danach verspürt.

…oder Chance?

Genau an diesem Punkt endet das Projekt Nachwuchs und es beginnt die echte Vaterschaft. Mit all ihren Freuden, manchmal auch Enttäuschungen oder Ärgern. Aber immer wieder aufs neue Überraschungen, die das Vaterherz höher schlagen lassen.
Aus der vollständigen Umsetzung aller Vorgaben zum Windelwechsel einschließlich Puder, Creme und sonstiger Hilfsmittel wird die Freude über das erste Lächeln. Aus der termingerechten Rückkehr vom Spielplatz wird das Lachen des Kindes nach erfolgreicher Erstbesteigung der Rutsche.

Fazit

Liebe Väter, dies soll keine Aufforderung darstellen, jegliche Struktur und Regel über Bord zu werfen. Selbstverständlich gibt eine Struktur einem Kind Sicherheit und Halt im Alltag. Ebenso selbstverständlich sind Regeln elementarer Bestandteil der Kindererziehung. Aber dennoch solltet Ihr die Unwägbarkeiten und Überraschungen, die euch euer Kind bereitet, als das akzeptieren und annehmen, was sie sind: Als Chance, neue Seiten an seinem Nachwuchs zu entdecken. Natürlich auch mit ihm gemeinsam täglich Neues zu erleben und zu erfahren. Nicht zuletzt bieten diese Dinge die Gelegenheit, selbst wieder ein kleines Stück Kindsein zurück zu gewinnen.Vater und Kind
Hat Euer Sprössling soeben ohne umfassende Matsch- Schlechtwetterausstattung die nächste Pfütze für sich erobert? Nun denkt Ihr vielleicht, dass er oder sie jetzt nass ist, sich möglicherweise erkälten wird und auf jeden Fall schnell ins Trockene und Warme sollte. Aber schiebt diese Gedanken doch einfach für einen kurzen Augenblick zur Seite. Und bevor ihr wieder zum verantwortungsvollen Elternprogramm übergeht – Springt zu eurem Kind in die Pfütze und erinnert euch daran, wie schön diese Moment in der eigenen Kindheit waren!
Bewerten Sie diesen Artikel
Bewertung 0 / 5 (0 votes cast)
0RETWEETSTweet
0GOOGLE +1+1
0SHARESTeilen

Ähnliche Artikel

Kommentare0

Schreibe einen Kommentar

Neu in Tipps & Ratschläge