» » Hochsensible Kleinkinder vor Reizüberflutung schützen
sensibles Kind 23. November 2017 0

Tipps & Ratschläge


Hochsensible Kleinkinder sind anders. Ihre Fähigkeit, innere und äußere Reize intensiv wahrzunehmen, führt leicht zur Überreizung. Wer gelernt hat, mit den Besonderheiten seines hochsensiblen Kindes umzugehen, kann es vor Überstimulation schützen und ihm Sicherheit geben.

Sinnesreize und Gefühle werden verstärkt aufgenommen

15 – 20 % aller Jungen und Mädchen gelten als hochsensibel. Um so erstaunlicher, dass sich das Wissen um dieses Wesensmerkmal nur zögerlich verbreitet. In unserer Welt strömen täglich Tausende von KuscheltierEindrücken und Reizen auf uns ein. Das macht es sehr notwendig, feinfühlige Kinder vor einer Reizüberflutung zu schützen.

Hochsensibilität bedeutet, dass Sinnesreize wie Geräusche, Licht, Gerüche, Geschmacksempfindungen, Berührung und Schmerzen besonders intensiv wahrgenommen werden. Gefühle und Stimmungen werden von hochsensiblen Menschen ebenfalls intensiv erlebt. Die verstärkte Aufnahme von äußeren und inneren Eindrücken erfordert viel Zeit und Energie, um alles zu verarbeiten. Entsprechend brauchen Hochsensible für ihre innere Balance regelmäßige Ruhephasen.

Hochsensible Kleinkinder lieben keine Überraschungen

Hochsensibilität ist ein Persönlichkeitsmerkmal, das vererbt wird. Da hohe Sensibilität angeboren ist, macht sie sich bereits im Baby- und Kleinkindalter bemerkbar. Jedes hochsensible Kind ist einzigartig. Dennoch gibt es Eigenarten und Verhaltensweisen, die bei empfindsamen Kleinkindern gehäuft auftreten. Sie sind Ausdruck einer erhöhten Reizaufnahme. Hochsensible Kleinkinder:

  • schreien viel
  • sind lärmempfindlich und erschrecken leicht
  • schlafen wenig und unruhig
  • brauchen viel Körperkontakt und Nähe zu ihrer Bezugsperson
  • mögen keine Veränderung oder Überraschungen
  • lassen sich nicht gerne überall mit hinnehmen
  • fühlen sich in größeren Gruppen nicht wohl
  • fangen bei Aktivitäten schnell an zu quengeln

Tagesstrukturen und Rituale geben dem Kind Sicherheit

Hochsensible Kleinkinder brauchen klare Abläufe im Alltag. Feste Schlafens- und Essenszeiten in der vertrauten Umgebung vermitteln dem Kind Sicherheit. Wiederkehrende Rituale nach dem Aufwachen, bei der Körperpflege oder vor dem Zubettgehen, helfen einem Kind, sich auf die kommende Situation einzustellen. Außerdem fühlt sich ein empfindsames Kind von Veränderungen schnell überfordert. Neue Situationen verarbeitet ein hochsensibles Kinder besser, wenn es wieder zu dem Gewohnten zurückkehren darf.Beziehung zwischen Eltern und Kind

Für eine Reizminderung im Kinderzimmer sorgen helle, gedeckte Farbtöne und eine überschaubare Einrichtung. Grelle Farben, unruhige Muster und überladene Regale voller Spielzeug führen dagegen zu einer Überstimulation. Ideal ist eine kleine Kuschelecke mit Kissen und Stofftieren, wo das Kind wieder zur Ruhe kommen kann, wenn es vorher viel erlebt hat.

Bei akuter Überreizung: Raus aus der Situation

Viele Menschen, laute Musik, wechselnde Lichteffekte und unbekannte Geräusche, wie etwa in einem Einkaufszentrum oder einem Restaurant, können bei hochsensiblen Kleinkindern zu einer akuten Überreizung führen. Aber auch der Verwandtenbesuch zu Hause, Handwerkerlärm, ein laufender Fernseher bedeuten für sensible Kinder häufig eine Überstimulation. Da sich Kinder in derartigen Situationen hilflos ausgeliefert fühlen, wehren sie sich auf ihre Weise und schreien. Dabei hilft meistens nur eins: Raus aus der Situation und an einen ruhigeren Ort gehen.

Für hochsensible Kleinkinder gilt: weniger ist mehr. Weniger Aktivitäten und mehr Ruhephasen im Alltag sorgen dafür, dass Wahrnehmungsbegabung und hohe Emotionalität nicht zum Problem wird.

Bewerten Sie diesen Artikel
Bewertung 0 / 5 (0 votes cast)
0RETWEETSTweet
0GOOGLE +1+1
0SHARESTeilen

Ähnliche Artikel

Kommentare0

Schreibe einen Kommentar

Neu in Tipps & Ratschläge