» » Hypnobirthing - durch Selbsthypnose zur schmerzfreien Geburt?
schwanger 10. April 2018 0

Tipps & Ratschläge


Die Methode Hypnobirthing ist spätestens bei Schwangeren in aller Munde. Sie verspricht eine stressfreie, schmerzarme bis hin zur schmerzfreien Geburt, die durch Selbsthypnose möglich wird. Die Selbsthypnose wird im Vorfeld in Hypnobirthing-Kursen eingeübt. Gerade für Frauen, die bereits traumatische Geburtserfahrungen sammeln mussten, klingt diese Vorstellung zu schön, um wahr zu sein. Doch was ist dran an der Methode?

Was genau ist Hypnobirthing?

Mit Hypnose meint Hypnobirthing keinen willenlosen Zustand, wie man ihn aus Hypnosedemonstrationen aus dem Fernsehen kennt. Vielmehr geht es um eine sehr tiefe Form der Entspannung, die Menschen mit Meditationserfahrung nicht unbekannt sein dürfte. Richtig angewandt, erreicht eine Frau mit Hilfe der Selbsthypnose eine Art natürliche Trance unter der Geburt bei vollem Bewusstsei

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n. Sie ist zu jeder Zeit ansprechbar. Im Mittelpunkt steht der angstfreie Umgang mit dem Geburtsprozess und die ureigene Geburtskraft. Teilnehmerinnen werden in Hypnobirthingkursen speziell darauf vorbereitet. Visualisierungstechniken während der Trance sowie Entspannungstechniken werden hier gemeinsam mit dem Partner erlernt. Ein wichtiges Instrument der Entspannung ist neben Meditation die progressive Muskelentspannung nach Jacobson. Die Kurse sind umfassend und meist hochpreisig. Das Erlernte muss im besten Fall täglich zuhause mit Hilfe von Texten und CD’s weiter trainiert werden. Gu

te Hypnobirthingtrainer versprechen allerdings keine Schmerzfreiheit während der Geburt. Vielmehr geht es ihnen darum, zu vermitteln, dass Angst vor Schmerzen zu stärkeren Schmerzen führt und dass die Geburt ein überaus natürlicher Prozess ist, den jede Frau aus eigener Kraft bewältigen kann. Angst löst Verspannung aus, die wiederum zu Schmerzen führt.

Wie erfolgreich ist Hypnobirthing?

Sucht man im Internet nach Hypnobirthing, kommt man schnell auf das Videoportal YouTube. Hier findet sich eine Vielzahl von Frauen, die mit Hilfe dieser Methode ihre Kinder zur Welt gebracht haben. Auch eine wissenschaftliche Studie der Universität Thübingen in Kooperation mit dem Westfälischen Institut für Hypnose liefert empirisch valide Ergebnisse: Frauen, die sich mit Hilfe eines Hypnobirthingkurses auf die Geburt vorbereitet hatten, brachten ihr Kind im Durchschnitt ganze zwei Stunden schneller zur Welt als Frauen aus einer Vergleichsgruppe. Allerdings berichteten 50 Prozent der Hypnobirthingteilnehmerinnen von starken Schmerzen trotz Trance; in der Vergleichsgruppe hingegen waren es 80 Prozent.

Kritik an Hypnobirthing

Gerade Gynäkologen und Hebammen in Krankenhäusern, die tagtäglich Kindern auf die Welt helfen, stehen dem Ansatz von Hypnobirthing häufig kritisch gegenüber. Sie bemängeln, dass Frauen mit einer sehr konkreten Vorstellung ihrer Geburt vorstellig werden und dann schwer enttäuscht bis depressiv sind, wenn es nicht so klappt, wie zuvor im Kurs und zuhause immer wieder visualisiert wurde. Allerdings wird in Büchern und Kursen zum Thema Hypnobirthing oft ganz zu Anfang die Haltung vermittelt, dass erstmal alles sein darf und so angenommen wird.Schwangerschaft

Für wen eignet sich Hypnobirthing?

Frauen, die sich mit Hilfe von Hypnobirthing auf ihre Geburt vorbereiten möchten, brauchen ein großes Interesse an Vorgängen vor und nach der Geburt. Sowohl rein körperliche als auch psychische Prozesse müssen in ihrer Komplexität erfasst und angewandt werden. Der Wille, selbstbestimmt und mit eigener Kraft das Kind auf die Welt zu bringen, kann durch Hypnobirthingmethoden unterstützt werden.

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