» » Schau dich schlau - Fernsehen für die Kleinsten?
Spiel 19. Januar 2017 0

Tipps & Ratschläge


Ein Wunsch ist allen Eltern gemein: sie wollen nur das Beste für ihr Kind. Es soll gesund und glücklich aufwachsen und später alle Möglichkeiten haben. Dazu möchten alle Eltern ihr Kind frühzeitig und optimal fördern.

Nicht neu ist die Idee des Bildungsfernsehen. Kindgerecht aufbereitet vermitteln spezielle Formate Bildung und Wissen. Aber müssen schon Säuglinge und Kleinkinder dem Einfluss des Fernsehens ausgesetzt werden? Sind eigene DVDs, Serien und Baby-TV-Programme wirklich förderlich für die kognitive und sprachliche Entwicklung des Kindes?

Welche Formate gibt es?

Die Teletubbies sind uns allen ein Begriff. Wer kennt nicht Tinky-Winky, Dippsy, Lala und Poh? In den 1990ern kamen die vier Figuren erstmals ins Fernsehen und sollten insbesondere Kleinkinder ansprechen. Handlungsaufbau, Sprache und Dialoge waren sehr simpel strukturiert. Schnell kamen sie aufgrund der zu einfachen und zu kindlichen Sprache in die Kritik, die Kinder mehr zu verdummen als zu fördern.Spaß

Mittlerweile haben sich die Formate weiterentwickelt. Es gibt einen immer größer werdenden Markt für Lern-DVDs, Fernsehserien und Apps. Vorrangig boomt dieses Geschäft in den USA, doch der Trend erobert zunehmend Europa. „Baby Einstein“, „Baby van Gogh“, „Baby Bach“ und „Brainy Baby“ sind nur ein paar Beispiele.

Die verschiedenen Serien möchten das Kind in seiner kognitiven und sprachlichen Entwicklung fördern, erste Erfahrungen in Fremdsprachen vermitteln, eine Einführung in die klassische Musik geben, Farben- und Formenlehre üben und erste Mathematiklektionen erteilen. Die intellektuelle Bildung des Kindes soll möglichst früh in alle Richtungen begünstigt werden.

Allen Formaten ist gleich, dass sie mit runden, bunten und bewegten Figuren und mit sanfter eingängiger Musik auf das Kleinkind einwirken wollen.

Die perfekte Förderung?

Laut zahlreicher Studien ist die Wirkung dieser Formate ziemlich fragwürdig – eher schaden sie, als dass sie nutzen. Kleinkinder finden die bunten Filme faszinierend und wir alle haben schon beobachtet, wie ein Kind scheinbar ganz im Fernsehen versunken ist und die Welt um sich herum vergisst. Allerdings können sie die ganzen Informationen, Bilder, Farben und Geräusche noch nicht richtig kanalisieren und verarbeiten. Sie können das Gezeigte nicht verstehen. Ihr Gehirn ist so sensibel, dass es durch die vielen einströmenden Reize schnell überfordert ist.

Was sind die Folgen des frühzeitigen Fernsehkonsums?

FamilieFolgen können neben Angst und Unruhe auch Hyperaktivität, Konzentrations- und Schlafprobleme sein. Diese zeigen sich Langzeitstudien zufolge auch noch im Schulalter.
Auch im Hinblick auf die Sprachförderung fanden Forscher heraus, dass durch einen übermäßigen Fernsehkonsum der Spracherwerb sogar um Monate verzögert werden kann, da die aktive Auseinandersetzung mit Sprache fehlt. Kleinkinder und Säuglinge lernen eben nicht nur durch passives Zusehen und Zuhören, das Lernen ist ein aktiver Prozess, der im Zusammenspiel mit Bezugspersonen abläuft.

Fernsehen – ja oder nein?

Kinder sollten in den ersten drei Lebensjahren überhaupt nicht fernsehen. Sie sollten vielmehr durch ganzheitliche Erfahrungen mit allen Sinnen ihre Welt erforschen und das am besten so oft wie möglich in der Natur. Etwa ab dem Vorschulalter sind sie in der Lage, einen positiven Nutzen aus ausgewählten Kindersendung zu ziehen. Dabei sollte aber immer auch eine Bezugsperson dabei sein, mit dem das Kind das Gesehene und Gehörte zwischendurch besprechen kann.

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