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Schreibaby 24. Juni 2019 0

Tipps & Ratschläge


120 Dezibel – das ist die Lautstärke, die 20% der Eltern täglich erleben müssen. Schuld daran sind nicht etwa Düsenjets, deren Lautstärke ebenfalls 120 Dezibel betragen. Nein, es sind deren Babys, nämlich die so genannten Schreibabys.

Ab wann wir ein Baby als Schreibaby bezeichnet?

Hunger, Durst, volle Windel – dass Babys schreien ist ja nun vollkommen normal. Wie sollten sie auch sonst auf sich aufmerksam machen oder uns mitteilen, dass etwas nicht stimmt? Wenn allerdings ein Baby über einen Zeitraum von drei Wochen an mindestens drei Tagen mehr als drei Stunden am Tag schreit, dann ist das nicht mehr ganz normal. Diese Babys bezeichnet man dann als Schreibaby. Fast unvorstellbar, dass es Babys gibt, die bis zu acht Stunden am Tag schreien. Die Leidtragenden sind, neben dem Baby selbst, die Nachbarn und natürlich die Eltern. Bei denen liegen verständlicherweise die Nerven blank und sie fragen sich: „Was machen wir bloß falsch?“
Dass man als frischgebackene Eltern wenig Schlaf bekommt, ist ja bekannt. Trotzdem haben sich die meisten Eltern die erste Zeit als gemeinsame Familie etwas anders und vor allem nicht so laut und voller Adrenalin vorgestellt. Babygeschrei löst bei uns allen nämlich Adrenalin-Stöße aus – bei Frauen etwas intensiver, als bei Männern.

Was sind die Ursachen für Schreibabys?

weinendes BabyGenerell sind Babys in den ersten drei Monaten unruhig und schreien schon einmal 1-2 Stunden am Tag. Früher schoben Mediziner und Hebammen das vermehrte Schreien auf die Säuglingskolik (auch Dreimonatskolik) genannt und machten Verdauungsprobleme für das vermehrte Schreien verantwortlich.
Allerdings haben die wenigsten, nämlich nur 5-10% der Babys, wirkliche Verdauungsstörungen. Woran liegt es also dann?

Folge und Ursache zugleich?

Babys, die viel schreien, verschlucken auch viel Luft. Jetzt stellt sich nur noch die Fragen, weshalb die Kleinen schreien, wenn es doch gar keine Verdauungsprobleme sind? Ein Grund dafür kann auf jeden Fall die Reizüberflutung sein. Eben noch in Mamas warmen Bauch – und plötzlich in einer völlig neuen Umgebung mit (zu) vielen Reizen.

Manche Babys bekommen die Selbstregulation, also den Umgang mit dem Leben und den Schlaf-Wachsein-Rhythmus besser hin, als andere. Die Schreibabys beherrschen Beschwichtigungsmechanismen, wie zum Beispiel das Nuckeln oder das Einschlafen, wenn es ihnen zu viel wird, nicht so gut. Ein Grund dafür könnte, laut einer deutschen Studie, eine starke seelische Belastung (Depression, Angst) der Mutter während der Schwangerschaft sein.

Schreibabys – was kann man als Eltern tun?

  • Zum Arzt gehen und abklären lassen, dass es nicht an gesundheitlichen Problemen liegt. Man sollte wirklich sicher gehen, dass es keine ernsthaften Probleme mit dem Magen-Darm-Trakt gibt.
  • Viel Schlaf und ein regelmäßiger Tagesablauf: Da Schreibabys ihre eigene Schlaforganisation nicht so gut beherrschen, sollte man als Eltern für einen ruhigen Tagesablauf und regelmäßige Schlafphasen sorgen.
  • Rituale entwickeln: Feste Rituale, wie zum Beispiel das Herumtragen, Pucken, Singen oder Abdunkeln geben dem Baby die nötige Sicherheit und Regelmäßigkeit. Außerdem beschwichtigen dies das Baby.
  • Sich Hilfe holen: Niemand kann diese Strapazen alleine bewältigen. Wenn die Anspannung und der Stress zu groß wird, holt man sich besser Hilfe, ansonsten kann man nicht mehr mit der nötigen Gelassenheit und Ruhe reagieren. Wenn man merkt, dass einen das Geschrei aggressiv macht, sollte man am besten den Raum verlassen und erst wieder kommen, wenn man sich beruhigt hat. Pausen sind wichtig!
  • Schreiambulanzen: Niemand ist allein. Aus diesem Grund gibt es sogenannte Schreiambulanzen, die helfen und beraten.

Trösten des Babys

Auch wenn man ein Schreibaby hat, Hilfe gibt es trotzdem. Die Ursache dafür ist meist die Reizüberflutung der Umwelt und nicht funktionierende Beschwichtigungsmechanismen. Eltern können ihr Baby durch einen regelmäßigen Tagesablauf und ausreichend Schlafphasen beruhigen.

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