» » Typisch Junge, typisch Mädchen - ist es wirklich so schwer, neutrale Kleidung zu finden?
babymode 03. Juli 2018 0

Babymode


Nach der ersten Freude über die Schwangerschaft kommen gerade werdende Mütter in Kauflaune. Ob Mädchen oder Junge ist in vielen Fällen nicht immer zweifelsfrei klar. Außerdem kennt doch jeder die Geschichte einer Freundin, die eine Cousine hat, bei der aus dem vermeintlichen Mädchen doch ein Junge (oder umgekehrt) wurde. Ganz klar: Babys erste Kleidung sollte möglichst geschlechtsneutral sein. Das kann doch nicht so schwer sein, oder?

„Oh, wird’s ein Junge?“

Im Kaufhaus angekommen, werden Eltern schnell auf den Boden der Tatsachen zurückgeholt. Auf der einen Seite rosa, rosé, pink, Lillyfee und Einhörner, auf der anderen Seite blau, Autos, kleine Hemdchen Baby Sachenmit Fliegen und Bob der Baumeister. Dazwischen weder ein neutraler Ständer mit Newborn-Kleidung, sondern im Form des Kaufhausflures ein Graben. Wer in Onlineshops stöbert, bekommt es schwarz auf weiß zu lesen: Die Kategorien „Mädchen“ und „Junge“ erscheinen und die werdenden Eltern haben die Qual der Wahl, ob nun ein dezentes Himmelblau oder ein zartes Babyrosa neutraler ist. Tatsächlich können Mädchen gesellschaftsakzeptierter alle Farben tragen, immerhin können sie rein hypothetisch sogar Bundeskanzlerin werden. Also erstmal in die Jungenabteilung: Der Wickelbody in dunkelblau mit dem Löwen ist doch auch für ein Mädchen süß. An der Kasse angekommen fragt die Kassiererin: „Oh, wird’s ein Junge?“.

Von Geschlechterrollen und Klischees

Im Jahr 2018, wo Mädchen und Jungen die Welt offen steht, sollte man meinen, dass auch in Punkto Babykleidung die Geschlechterrollen der 50er Jahre aufgehoben werden. Doch ob Discounter oder Babyfachmarkt: Für Jungen sind es Themen wie Technik und Abenteuer, bei Mädchen ist das Ziel ganz klar: „Sei niedlich!“.
Ob ein Newborn-Mädchen unbedingt gehäkelte Spitze und einen taillierten Schnitt tragen muss, wird von Designern für Babykleidung dabei zweifelsfrei mit „Ja!“ beantwortet. Dass dieser Trend keine allzu neumodische Erscheinung ist, die bald wieder verschwindet, zeigt sich, wenn werdende Eltern einen Babyflohmarkt besuchen. Bereits von weitem Betrachten der Stände lässt sich erkennen, ob die Verkäufer Mädchen, Junge oder gar beides großziehen.

Was werdende Eltern wirklich wollen

Werdende Eltern wollen dabei meist nur eins: Bequeme, praktische Babymode, wenn möglich aus Biobaumwolle und geeignet zum Trocknen im Wäschetrockner. Natürlich kann (später?!) auch Bob der Baumeister oder My little Pony hinzukommen, dann aber in wohl dosiertem Maße. Außerdem muss es doch möglich sein, Babymode zu ergattern, die frei ist von vordefinierten Geschlechterrollen aus einer Zeit, die wir längst als überwunden glauben.babykleidung

Wer lange sucht…

Das Projekt „neutrale Babykleidung“ ist jedoch nicht unlösbar: Mit etwas Geduld und dem Mut, auch mal etwas außerhalb des Mainstream auszuprobieren, wird belohnt: Hin und wieder gibt es sie: Neutrale, praktische Babykleidung in unterschiedlichen Farben. Mädchen und Jungs können in Stramplern mit Dschungelmotiven groß werden. Auch die Kombination dezenter Farben beider Geschlechter ist möglich. Die Tochter einer Nachbarin benutzt sogar ein Moltontuch mit Autos: Bisher gedeiht sie prächtig.

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