» » Ultraschall in der Kritik: Wie sinnvoll sind Ultraschall-Untersuchungen wirklich?
Ultraschall Untersuchung 19. Juli 2017 0

Tipps & Ratschläge


Völlig selbstverständlich erwarten werdende Eltern heutzutage, dass sie bei jedem Besuch beim Gynäkologen per Ultraschall einen umfangreichen Blick auf ihr Baby werfen können. Doch wie sinnvoll ist das häufige Schallen und wie aussagekräftig sind die Ergebnisse wirklich?

Ultraschall kostet viel Geld

Schwangere Frau mit Bild

Die gesetzlichen Krankenkassen übernehmen nur die Kosten für die 3 Haupt-Ultraschalluntersuchungen im Rahmen der Vorsorge in der Schwangerschaft. Darüber hinaus haben Patientinnen die Gebühren selbst zu tragen. Doch die meisten gynäkologischen Praxen sorgen nicht etwa dafür, dass sie die Anzahl der Screenings per Ultraschall nicht überschreiten, sondern verdienen am neuen Geschäftsmodell sehr gut. Einige Ärzte bieten sogar eine so genannte Ultraschall-Flatrate an: Bei jeder Untersuchung wird der Bauch geschallt – Zum Pauschalpreis! Doch was erhoffen sich die künftigen Eltern hiervon eigentlich? Im Prinzip nichts. Sie möchten lediglich ihr Baby sehen und interessieren sich für die aktuellen Gewichts- und Größenschätzungen. Nicht selten also lassen Paare beim Gynäkologen jede Menge Geld liegen. Und die Praxen freuen sich über die zusätzliche Einnahmequelle.

Schätzungen bleiben Schätzungen

Trotz modernster Ultraschall-Technik kann noch längst nicht alles erkannt werden. Auch heute noch ist es üblich, dass sich plötzlich in der 40. SSW noch heraus stellt, dass die letzten Monate die Nabelschnur den Blick auf das wahre Geschlecht verdeckt hat. Auch Ärzte irren sich immer wieder. Und ein Ultraschall ist nur dann aussagekräftig, wenn eine qualifizierte Person die Bilder auch fehlerfrei deuten kann und die eigenen Fähigkeit nicht überschätzt. Die Erfahrung und die eigene Genauigkeit spielt hier eine große Rolle. Auch Auffälligkeiten muss die/der Gynäkologin/e eben erkennen, damit sie eventuelle Maßnahmen ableiten können. Laien können das meist nicht und sind noch nicht einmal in der Lage, die Organe oder Knochen zu erkennen, wenn man sie nicht explizit darauf hinweist. Auffälligkeiten als Laie erkennen? Unmöglich. Aus einem Baby, das kurz vor der Geburt per Ultraschall als sehr groß geschätzt wurde, kann sich eben doch als ein völlig durchschnittliches Baby entwickeln.

Ultraschall bleibt für das Baby ungefährlich

Nichtsdestotrotz kann Panik ausbleiben, denn der Ultraschall schadet dem Ungeborenen nicht. Sie hören oder spüren davon nichts. Trotzdem ist die Frage, worin der Sinn des ständigen Schallens besteht und was Eltern sich davon erwarten, wenn sie alle 4 Wochen einen Blick in das Innere des Babybauchs werfen? Es bleibt wie es ist: Dass Eltern Freudentränen über die Wange laufen, wenn sie sehen, wie ihr Baby sich im mütterlichen Bauch bewegt, ist das ein wunderschöner Moment. Man kann niemandem verübeln, dass dabei Freude und Glück empfunden wird. Dennoch stehen Schwangeren grundsätzlich 3 Ultraschall-Screenings zu, die die Krankenkasse übernimmt. Und diese sollten auch ausreichen. Vor allem das Organ-Screening sollte so umfangreich durchgeführt werden, dass Auffälligkeiten in der Entwicklung spätestens dann aufgedeckt werden können.Baby im Bauch der Mutter

Ultraschall macht Spaß und werdende Eltern sind oft süchtig danach. Sinnvoll ist das allerdings nicht. Und am Ende bleiben Schätzungen nur Schätzungen: der maschinell errechnete Geburtstermin, die Größe und das Gewicht stimmen am Ende nicht immer mit der Realität überein. Das Hauptscreening reicht völlig aus, um Auffälligkeiten frühzeitig zu erkennen.

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