» » Verbrennungen und Verbrühungen bei Kindern: Richtig handeln im Notfall
tränen 22. Oktober 2015 0

Pflege & Gesundheit


Im Alltag lauern verschiedene Gefahren. Verbrennung mit heißen Getränken gehören zu den häufigsten Unfällen bei Kindern. Bei Unfällen ist schnelles und gezieltes Handeln wichtig. Erfahren Sie, welche Maßnahmen notwendig sind.

Wie aus heiterem Himmel

Am feierlich gedeckten Geburtstagstisch sitzt das Kleinkind zufrieden auf Mamas Schoß. Eine überraschende Bewegung und schon ist der heiße Kaffee ausgeschüttet. Diese Art von Unfällen gehört zu den häufigsten Verbrühungen bei Kleinkindern unter vier Jahren. Erwachsene verbrennen sich schmerzlich. Im Gegensatz dazu können diese Situationen für Kinder lebensbedrohlich sein. Bei Verbrennungen von über 10 Prozent der kindlichen Körperoberfläche – circa ein kleiner Kinderarm – sprechen Experten bereits von akuter Gefahr. Des Weiteren ist die Haut von Kleinkinder bedeutend empfindlicher, als die von Erwachsenen. Wenige Sekunden genügen, um starke Verletzungen zu verursachen.

Schmerzhafte Symptome bei Kindern

verbrühenWenn die heiße Flüssigkeit oder beispielsweise das Bügeleisen nur kurz wirken, rötet sich die kindliche Haut. In diesem Fall sprechen Ärzte von Verbrennungen ersten Grades. Verbrüht sich das Kind mit einer Tasse Wasser, kommen häufig Brandblasen hinzu. In diesem Fall handelt es sich um den zweiten Grad. Ein weiteres Extrem wird unter einer Verbrennung dritten Grades beschrieben. Ist die betroffene Hautstelle über einen längeren Zeitraum großer Hitze oder Feuer ausgesetzt, wird zusätzlich Hautgewebe zerstört. Kinder verspüren in diesem Fall kaum Schmerzen. Allerdings kann es zu Kreislauf- oder Atemstörungen kommen.

Kleine Wunden: Erkennen und sofort handeln

Die Kleidung ist nach dem Verbrühen schnell zu entfernen. Pullover und Shirts ziehen Sie nicht über den Kopf. Ein gezielter Schnitt mit der Schere ist besser. Sollte ein Stück eingebrannt sein, verbleibt es am Körper. Da Babys und Kleinkinder sehr schnell auskühlen, sind sie in eine wärmende Decke einzuhüllen. Sollte es sich um sehr kleine Verbrennungen handeln, kann die Mutter oder eine andere Betreuungsperson das Kind allein versorgen.
Alle Wunden, die kleiner als ein kindlicher Finger sind, können sofort zu Hause behandelt werden. Die betroffene Stelle wird unter laufendes, lauwarmes Wasser gehalten. Eiskalte Flüssigkeiten sind zu vermeiden. Es besteht Unterkühlungsgefahr. Die Schmerzen lassen nach circa zwei Minuten nach. Wenn die Kühlung unangenehm für das Kind wird, ist eine Unterbrechung wichtig. Verletzungen auf dem Rumpf werden in keinem Fall gekühlt. Hier ist ein Besuch beim Arzt empfehlenswert.
Auf keinen Fall sollten Sie alte Hausmittel wie Mehl oder Quark auf die Wunde geben. Es besteht Infektionsgefahr. Eine sterile Kompresse aus dem Verbandskasten ist leicht um die betroffene Stelle zu legen. Brandblasen sollten niemals geöffnet werden. Alternativ unterstützen Brandsalben den Heilungsprozess. Diese verschreibt der Kinderarzt.

TrotzanfallGroße Wunden: 112

Bei größeren Wunden ist umgehend der Rettungsdienst unter 112 zu rufen. Es empfiehlt sich, nicht allein in die Klinik zu fahren. Zudem treffen Rettungssanitäter oft nach wenigen Minuten ein und können bereits erste Erste Hilfe Maßnahmen ergreifen. Auf der anderen Seite wissen die Fachkräfte sofort, welche Klinik in der Stadt auf Verbrennungen spezialisiert ist. Bei Verbrennung durch Feuer informieren Sie die Rettungsassistenten, ob das Kind Rauch eingeatmet hat.

Vorbeugen statt behandeln

In Haushalten mit Kindern sollte stets im Voraus gedacht werden. Sitzen Kinder auf dem Schoß, können Sie nichts Heißes trinken. Schutzgitter vor dem Herd vermeiden Verbrennungen. Überprüfen Sie die Temperatur vor jedem Duschen oder Baden mit Kindern. Gerade in der Sommerzeit ist es wichtig, darauf zu achten, dass die Sprösslinge nicht in der Nähe vom Grill spielen. Auf diese Weise bieten Sie Ihrem Nachwuchs eine sichere Umgebung und vermeiden Unfälle.

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