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Stillen 15. Oktober 2014 0

Pflege & Gesundheit


Mehr als 90% aller Mütter stillen ihr Kind in den ersten Monaten nach der Geburt. Die Nährstoffe in der Muttermilch unterstützen die Entwicklung des Kindes bestmöglich. Viele Eltern fragen sich jedoch, wann der richtige Zeitpunkt gekommen ist, um die erste Beikost zu geben. Neueste Forschungen könnten die bisherigen Richtlinien verändern.

Wie Muttermilch das Kind rundum versorgt

Die Evolution hat die Muttermilch ideal auf die Bedürfnisse des wachsenden Körpers abgestimmt. Nach der Geburt ist die ausschließliche Gabe von Muttermilch daher die perfekte Unterstützung für eine gesunde Entwicklung des Kindes. Muttermilch enthält eine ausreichende Menge an Vitaminen, Mineralstoffen und Spurenelementen, das Kind wird ideal mit Nährstoffen versorgt. Deshalb stärkt Muttermilch auch das Immunsystem des Kindes und schützt es vor vielen Krankheitserregern. Wird in den ersten Monaten des neuen Lebens ausschließlich Muttermilch gegeben, sinkt das Risiko für Allergien im Kindes- und Erwachsenenalter.

Nach vier bis sechs Monaten die erste Beikost

MuttermilchWährend Kinder vor Jahrhunderten noch bis ins dritte Lebensjahr hinein voll gestillt wurden, hat die moderne Zivilisation diese Zeitspanne deutlich verkürzt. Über die letzten Jahrzehnte galt ein Vollstillen von sechs Monaten als empfehlenswert, auch die Weltgesundheitsorganisation WHO spricht sich für die erste Gabe von Beikost nach einem halben Lebensjahr aus. Nach aktuellen Forschungen raten jedoch immer mehr Wissenschaftler zur ersten Beikostgabe nach vier Monaten. Demnach soll in den Industrienationen die Wahrscheinlichkeit für einen Eisenmangel und diverse Allergien durch die Gabe von Beikost nach vier Monaten sogar sinken. Einig sind sich die Wissenschaftler jedoch, dass Kinder nach Möglichkeit vier volle Monate ausschließlich gestillt werden sollten.
Wer unter Stillproblemen wie schmerzenden Brustwarzen leidet oder aus anderen Gründen sein Kind nicht stillen kann oder möchte, findet in der Säuglingsnahrung einen Ersatz, der dank stetiger Forschung ebenfalls den Anforderungen des wachsenden Körpers genügt.

Langzeitstillen: Wenn nach zwölf Monaten weiter gestillt wird

Wenn Mütter mehr als zwölf Monate nach der Geburt weiterhin stillen, wird von Langzeitstillen gesprochen. Diese Mütter genießen die Nähe zum Kind, sie fühlen sich entspannter und ausgeglichener. Das Kind profitiert außerdem von den gesunden Inhaltsstoffen der Muttermilch, die die Entwicklung und das Immunsystem weiterhin fördern. Wissenschaftlich erwiesen ist sogar, dass Langzeitstillen das Risiko für Asthma, Allergien und Übergewicht in späteren Lebensjahren senkt. Trotzdem ist das lange Stillen nur wenig verbreitet. Mütter, die Kinder in einem Alter von über zwölf Monaten in der Öffentlichkeit stillen, fühlen sich häufig den Blicken anderer ausgesetzt. Außerdem kann das Langzeitstillen die Mutter dauerhaft in ihrer Eigenständigkeit einschränken. Die wenigsten Frauen entscheiden sich allerdings bewusst für das Langzeitstillen, viele sehen den Zeitpunkt zum Abstillen einfach als noch nicht gekommen an.Baby stillen

Wer sein Kind in den ersten Monaten nach der Geburt stillt, versorgt den wachsenden Körper mit einer idealen Nährstoffkombination. Zu Beginn des fünften Monats kann bereits mit der Gabe von Beikost begonnen werden, spätestens nach einem halben Jahr sollte sie auf dem täglichen Speiseplan des Kindes stehen. Eltern sollten dabei die Reaktionen ihres Kindes auf die neue Nahrung beobachten und so den richtigen Zeitpunkt finden. Für das Stillen gilt: Solange sich Mutter und Kind wohlfühlen, darf weiterhin gestillt werden. Lehnt das Kind die Muttermilch ab oder fühlt sich die Mutter durch das Stillen belastet, ist die ideale Zeit zum Abstillen gekommen.

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