» » Regeln für die Namensgebung in Deutschland
werdende Eltern 09. November 2017 0

Tipps & Ratschläge


Ihr Baby ist unterwegs. Spätestens nach der Geburt braucht es einen Namen! Einen schönen Namen. Einen einprägsamen Namen. Einen Namen, der sich nicht zum Beleidigen, Kränken oder Beschimpfen eignet.

Eltern stehen vor einer großen Herausforderung. Der einmal gegebene Name wird das Kind sein Leben lang begleiten. Neben den eigenen Vorlieben der werdenden Eltern liegen eventuell auch noch Wünsche der näheren Verwandtschaft vor. Auch gesetzliche Regelungen sind in Deutschland einzuhalten. Dieser Text soll veranschaulichen, was darf und was nicht. Vorschriften werden beleuchtet und lustige, positive aber auch negative Beispiele von Namensgebungen gezeigt.

Was ist erlaubt und wer entscheidet darüber?

Schwanger mit PartnerGrobe Regelungen über die Namensgebung finden Sie im Bürgerlichen Gesetzbuch (BGB). Hier geht es aber vorrangig um die Wahl des Nachnamens oder um strittige Fälle bei Künstlernamen und Ähnlichem. Als konkretes Gesetz zeigt das BGB nur auf, dass Eltern verpflichtet sind, ihrem Kind überhaupt einen Namen zu geben.

Ob der gewählte Name des Kindes akzeptiert wird, liegt im Ermessen des Standesbeamten. Dabei achtet er vor allem auf die Wahrung des Kindeswohls und die Funktion des Vornamens. In strittigen Fällen sucht man nach vergleichbaren, schon anerkannten Namen (Gewohnheitsrecht).

Halten Sie diese Regeln ein, gibt es keine Probleme

  • Der Vorname muss eindeutig das Geschlecht erkennen lassen. Jungen dürfen keine reinen Mädchennamen bekommen und anders herum. Namen, die für beide Geschlechter anerkannt sind (Kim, Luca) muss man mit einem zusätzlichen, eindeutigen Namen ergänzen.
  • Es muss sich klar erkennbar um einen Vornamen handeln. „Früher bekannt als“ oder „Pfefferminze“ geht nicht!
  • Fantasie-Namen werden abgelehnt. Abgesehen davon, dass man seinem Kind keinen Gefallen tut, wenn man es zum Beispiel „Hämorride“ oder „Hexe“ nennt, wird jeder Standesbeamte diese Wahl zurückweisen.
  • Vornamen dürfen nicht beleidigend sein oder das Persönlichkeitsrecht des Kindes auf andere Art und Weise verletzen.
  • Die Vergabe von Mehrfachnamen ist grundsätzlich erlaubt. Zwei Vornamen können mit Bindestrich zusammengefügt werden („Karl-Heinz“, „Eva-Maria“). Insgesamt dürfen Sie bis zu fünf Vornamen für ein Kind vergeben. Wählen Sie Namen ohne Bindestrich, muss einer als Rufname festgelegt werden. Der Vorteil hierbei: Den Rufnamen kann man jederzeit wechseln.
  • Manche Namen dürfen auch in ihrer Kurzform eingetragen werden: „Magdalena“ wird zu „Magda“ oder „Lena“.
  • Kose- und Spitznamen sind genauso verboten wie Marken- oder Ortsnamen. Wer möchte schon „Heiligendamm“ oder „BASF“ heißen!
  • Einen Familiennamen darf man nicht als Vorname verwenden. Umgekehrt haben sich aus einigen Vornamen später Nachnamen gebildet („Hermann“, „Peter“).
  • NeugeborenesVornamen dürfen nicht die religiösen Ansichten anderer verletzen. Das Kind darf man auch nicht mit anerkannten „Inbegriffen des Bösen“ strafen. Damit fallen „Gott“, „Buddha“, „Satan“ oder „Judas“ aus. Soll es unbedingt biblisch werden, „Moses“ und „Jesus“ sind erlaubt.
  • Adelstitel oder akademische Grade sind als Vornamen nicht akzeptabel. „Graf“, „Lord“, „Doktor“ oder „Professor“ werden dem Namen vorangestellt, dürfen den Vornamen jedoch nicht ersetzen.
  • Was in Amerika häufig zur Anwendung kommt, ist in Deutschland ebenfalls nicht erlaubt. Mit „Junior“ oder Aufzählungen („Donald II“) ist der zuständige Beamte nicht zu begeistern.

Sind Sie sich nicht sicher – Klärung im Vorfeld

Bei Unsicherheiten über Ihre Namenswahl sollten Sie dies vorab im Standesamt klären. Es gibt Grenzfälle, die im Ermessen des Beamten liegen. Ein klärendes Gespräch wirkt hier oft Wunder.

 

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